Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Hilden

Mit Sensoren unterwegs: Wie Forschung das Radfahren sicherer machen kann

Wie kann Radfahren sicherer werden? Jens Hohmann vom ADFC Hilden nahm an einer wissenschaftlichen Pedelec-Studie teil, die wertvolle Erkenntnisse für die Radverkehrsplanung liefern soll.

Streckenverlauf des Pedelec-Experimentes
Streckenverlauf des Pedelec-Experimentes © Maplibre | © komoot | Map data © OpenStreetMap Contributors

Wie beeinflussen Steigungen, Kurven, unterschiedliche Fahrbahnbeläge oder die Führung des Radverkehrs das Fahrverhalten von Radfahrenden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich derzeit das Forschungsprojekt APEx des Lehrstuhls Radverkehr der Bergischen Universität Wuppertal. Ziel der Studie ist es, besser zu verstehen, wie Menschen mit dem Pedelec unterschiedliche Verkehrssituationen wahrnehmen und bewältigen - eine wichtige Grundlage für die Planung sicherer und attraktiver Radverkehrsinfrastruktur.

Auf Einladung des Projektes nahm Jens Hohmann, Vorstand des ADFC Hilden, Mitte Juli an einer Testfahrt teil. Vor der Fahrt wurde er ausführlich zu seiner persönlichen Radfahrgeschichte und seinen Erfahrungen mit Fahrrad und Pedelec befragt. Während der knapp sieben Kilometer langen Testfahrt zeichneten zahlreiche Sensoren, eine 360-Grad-Kamera, ein Mikrofon sowie eine Pulsmessung das Fahrgeschehen auf. Die Forschenden baten die Teilnehmenden außerdem, ihre Eindrücke während der Fahrt zu kommentieren. Ein weiteres Interview nach der Fahrt rundete den Versuch ab.

Die abwechslungsreiche Strecke führte über eine Fahrradstraße entlang der Wupper, durch Wohnstraßen mit Kopfsteinpflaster, über stark befahrene Straßen ohne Radverkehrsanlagen bis zum Bismarckturm auf dem Hardtberg. Dabei zeigte sich, wie unterschiedlich einzelne Infrastrukturformen das Fahrverhalten und das Sicherheitsempfinden beeinflussen können. So fiel beispielsweise auf, dass manche Autofahrende auf der erst kürzlich angelegten Fahrradstraße den Vorrang des Radverkehrs nicht respektieren und mit zu hoher Geschwindigkeit und geringem Seitenabstand überholen. In den Wohngebieten hingegen sorgten der teils in schlechtem Zustand befindliche Straßenbelag und dicht geparkte Autos am Straßenrand für ein unsicheres Fahrgefühl auf dem Pedelec.

"Ich fand besonders spannend, wie umfassend die Forschenden das Fahrverhalten untersucht haben. Es ging dabei nicht nur um die gefahrene Strecke, sondern auch um die persönliche Wahrnehmung und das Sicherheitsempfinden der Radfahrenden", berichtet Jens Hohmann.

Der ADFC Hilden begrüßt die wissenschaftliche Arbeit des Wuppertaler Lehrstuhls: Während der Autoverkehr seit Jahrzehnten intensiv erforscht wird, steckt die wissenschaftliche Untersuchung des Radverkehrs, insbesondere des Fahrverhaltens von Pedelec-Fahrenden, noch in den Anfängen. Solche Projekte können dazu beitragen, Straßen, Kreuzungen und Radverkehrsanlagen künftig besser an die Bedürfnisse der Radfahrenden anzupassen.

„Nur wenn wir verstehen, wie Menschen tatsächlich Rad fahren und welche Situationen sie als sicher oder unsicher empfinden, können wir den Radverkehr gezielt verbessern. Davon profitieren letztlich alle - ob mit dem Pedelec oder dem klassischen Fahrrad“, so Hohmann.

Weiterführende Links

Informationen zum Forschungsprojekt APEx:
https://radverkehr.uni-wuppertal.de/de/forschung/projekte/laufende-projekte/apex/

Bericht des WDR:
https://www1.wdr.de/nrw/bergisches-land/wuppertal/radverkehr-uni-projekt-wuppertal-100.html


https://hilden.adfc.de/neuigkeit/mit-sensoren-unterwegs-wie-forschung-das-radfahren-sicherer-machen-kann

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