Hildener Eulenspiegeleien
Vor drei Monaten berichtete der ADFC Hilden über den spurlos verschwundenen Sicherheitsspiegel an der Einmündung Hagelkreuzstraße / Kirchhofstraße.

Die Hagelkreuzstraße ist Hildens erste von inzwischen sechs Fahrradstraßen und Teil der Veloroute 1 zwischen Düsseldorf- Benrath und Wuppertal-Vohwinkel.
Radfahrende nutzten an der Einmündung zur Kirchhofstraße seit vielen Jahren einen Spiegel, der den KFZ-Querverkehr frühzeitig erkennbar machte. Präventiv, effektiv, bewährt. Aber offenbar entbehrlich. Die Anfrage des ADFC ergab: Die Stadt Hilden hat entschieden, dieser Spiegel ist „nicht mehr notwendig“. Die Sichtbeziehung für alle Verkehrsteilnehmer seien „einwandfrei“.
Dass Fahrradstraßen vor allem für Radfahrende gedacht sind, diese langsamer beschleunigen und gegenüber motorisiertem Querverkehr die schlechteren Karten haben, scheint dabei nebensächlich zu sein.
Gehören deshalb alle Sicherheitsspiegel in Hilden auf die rote Liste seltener Arten?
In der Richard-Wagner-Straße im Hildener Norden zeigt sich: Sicherheitsspiegel sind dort keineswegs vom Aussterben bedroht. Im Gegenteil. Ein halbes Dutzend prächtiger Exemplare stehen hier in engem Abstand, offenbar in friedlicher Koexistenz. Man könnte fast meinen, sie fühlen sich dort besonders wohl.
Warum also an der einen Stelle „nicht notwendig“, an anderer Stelle gleich mehrfach? Vielleicht handelt es sich ja bei der Richard-Wagner-Straße um ein städtisches Spiegel-Biotop? Oder liegt es daran, dass hier nicht Radfahrende, sondern Autos vor Kollisionen geschützt werden sollen?
Natürlich geht es nicht darum, alle Straßenkreuzungen mit Spiegeln vollzupflastern. Aber gerade an einer Fahrradstraße, auf einer städteverbindenden Veloroute, wäre ein zusätzlicher Sicherheitsgewinn sehr willkommen.
Der ADFC Hilden bleibt daher dabei: Ein neuer Spiegel an der Hagelkreuzstraße wäre eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung. Schnell aufgestellt, günstig und vor allem radfreundlich.
Bis dahin gilt für Radfahrende: genau hinschauen, vorsichtig vortasten und hoffen, dass „einwandfreie Sichtbeziehungen“ im Ernstfall auch wirklich halten, was sie versprechen.
Aber vielleicht findet sich ja doch noch ein Spiegel, der an der Hagelkreuzstraße ein neues Zuhause sucht. Platz wäre da.